Häufig gestellte Fragen zur Wirbelsäule

Hier finden Sie die Antworten auf die meist gestellten Fragen über die Wirbelsäule.

Was versteht man unter einem Wirbelsäulensyndrom?

Ein Wirbelsäulensyndrom ist eine der häufigsten, aber auch eine der ungenauesten Diagnosen bei Rückenschmerzen.

Grundsätzlich bedeutet ein "Wirbelsäulensydrom" einfach nur, dass der Patient Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule hat. Diese Schmerzen können die unterschiedlichsten Ursachen haben und zwar von Muskelverspannungen bis hin zu Bandscheibenvorfällen.

Ist der Schmerz auf eine der Wirbelsäulenabschnitte eingrenzbar, so spricht man enstprechend von einem Halswirbelsäulensyndrom, einem Brustwirbelsäulensyndrom oder einem Lendenwirbelsäulensyndrom.

Was versteht man unter einer Wirbelsäuleninstabilität?

Bei der Wirbelsäuleninstabilität ist es schwer ohne Schmerzen aufrecht zu stehen.
Als Ursache kann zum Beispiel eine Bandscheiben geschmälert oder eingedrückt sein. Dadurch kommt es zu Veränderungen an der Wirbelsäulenbalance mit Verschiebung des Schwerpunktes. Der Körper versucht die Balance wieder herzustellen indem er muskulär die Wirbelsäule verformt.
Bei anhaltender Symptomatik entstehen daraus dann eine Skoliose als seitliche Verbiegung, eine Kyphose als Verbiegung nach vorne mit einer Buckelbildung.

Was versteht man unter einer Skoliose?

Eine Skoliose ist eine seitliche Verbiegung oder Verkrümmung der Wirbelsäule. Ein gesundes Rückgrat bildet von hinten gesehen eine gerade Linie. Bei Menschen mit einer Skoliose sind die Abweichungen zur Seite deutlich erkennbar. Diese Abweichungen können soweit gehen, dass z.B. die Atmung eingeschränkt ist. Dann wird versucht durch eine aufrichtende Operation die Wirbelsäule zu begradigen.

Links sehen Sie eine gesunde Wirbelsäule und rechts ein Beispiel einer Skoliose.
Wie wird durch den Cobbs-Winkel eine schwere Skoliose definiert?

Der "Cobb-Winkel" beschreibt den Winkel in der die Abweichung der Wirbelsäule gemessen wird. Das bedeutet man misst mittels einer Röntgenaufnahme die stärkste Verkrümmung der Wirbelsäule.

Ist der dieser Winkel 70° oder größer, so spricht man von einer schweren Skoliose.

Was versteht man unter funktionellen Auswirkungen?

Neben der beschriebenen Instabilität und der Verformung wird noch zwischen einer mittel- und schwergradigen Bewegungseinschränkung unterschieden.

Die normale Beweglichkeit liegt bei 30°-40°. Eine mittelgradige funktionelle Auswirkung wäre eine Einschränkung von ungefähr 15°-20°, während eine schwergradige funktionelle Auswirkung bei ungefähr 5°-10° liegt.

Was sind sensomotorische Ausfälle und wie ist der Mindest-GdB?

Die Sensomotorik ist das Zusammenspiel von sensorischen und motorischen Nervenleistungen.
Das heißt, ein sensorischer Reiz wird als Information an das Gehirn geleitet und es erfolgt daraufhin eine motorische Reaktion als Bewegungsimpuls.

Die Sensorik beschreibt dabei die Empfindung. Empfindungsstörungen durch einen Wirbelsäulenschaden sind z.B. ein anhaltendes Taubheitsgefühl entlang des Beines.

Motorische Ausfälle betreffen die Beweglichkeit der Gelenke. Bei Wirbelsäulenleiden kann dann z.B. nicht mehr der Vorfuß angehoben werden.

Anhaltende sensomotorische Ausfälle sollten mindestens mit einem GdB von 20 bewertet werden.

Was versteht man unter einer "dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit" und was sind die Vorteile?

Eine "dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit" bedeutet, dass die betroffene Person in ihrer Fähigkeit sich körperlich zu bewegen beeinträchtigt ist. Sie wird bei Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat durch das Versorgungsamt vergeben und in besonderen Fällen kommt sie ebenfalls bei inneren Krankheiten in Betracht, wenn z.B. eine Atemnot beim Gehen entsteht.

Diese Einstufung ermöglicht die Inanspruchnahme eines Freibetrages bei der Einkommensteuer.

Was ist eine anhaltende Ruhigstellung durch Rumpforthese (z.B. einem Milwaukee-Korsett)?

Es werden verschiedene Arten von Korsetts angeboten, wobei zwischen stabilisierenden und versteifenden Funktionen unterschieden wird.

Das Milwaukee-Korsett versteift die Wirbelsäule und richtet sie gegebenenfalls auf. Der Patient muss daher dieses Korsett häufig Tag und Nacht tragen. Es erzielt seinen Effekt über das Dreikräfteprinzip, das bedeutet, dass drei Berührungspunkte anliegen, von denen zwei stabilisieren und der dritte Druck ausübt.

Eine Rumpforthese wird nur zur Stabilisierung, Erleichterung der Mobilität, Entlastung, Ruhigstellung, Führung, Schmerzlinderung oder Korrektur des Rumpfes eingesetzt. So lassen sich Fehlhaltungen und Fehlbelastungen vorbeugen bzw. berichtigen. Das Korsett ist aber leicht und muss nur bei Bedarf getragen werden, so dass hierdurch keine Behinderung entsteht.